#13 Nächster Halt, Oberwasser – Das Fischliftsystem am Baldeneysee

Shownotes

Staffel zwei von Wasserdicht startet mit einem besonderen Projekt: Ruhrverband-Fischexperte Markus Kühlmann spricht mit Host Thorsten Schlautmann über Deutschlands ersten Fischlift am Baldeneysee. Warum Fische hier keine Fischtreppe nutzen können, sondern „Aufzug fahren“, wie Fischwanderungen funktionieren und weshalb die Planung ganze zehn Jahre dauerte – all das gibt es kompakt, verständlich und spannend aufbereitet. Weiterführende Links: Infopoint Fischlift Baldeneysee: https://ruhrverband.de/services/sport-und-freizeit-tipps/besichtigungen#c1010

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00:00:13: Herzlich willkommen zur zweiten Staffel von Wasserdicht, dem Podcast des Ruhrverbands.

00:00:17: Ihr habt es gehört, wir haben ein neues frisches Intro und mit diesem natürlich auch wieder viele neue Themen rund um die Wasserwirtschaft im Ruheinzugsgebiet.

00:00:25: Heute erfahrt ihr mehr über Deutschlands erstes Fischliftsystem am Essnabaldneisee.

00:00:30: Hier haben Fische die Möglichkeit, die knapp neun Meter Höhenunterschied zwischen Unterwasser und Oberwasser am Werbaldnei mit einem Aufzug zu überwinden.

00:00:39: Ja, ihr habt richtig gehört, die Fische fahren hier Lift.

00:00:42: Warum das so ist, wie Fische normalerweise Querbauwerk überwinden, was es mit Fischwanderung auf sich hat und welche Rolle die europäische Gesetzgebung dabei spielt.

00:00:51: Darüber spreche ich heute mit einem meiner absolut lieblingsgäste.

00:00:54: Ich freue mich, dass er wieder zu Gast ist und sage herzlich willkommen Markus Kühlmann.

00:00:58: Hallo Thorsten, vielen Dank für die Einladung.

00:01:01: Markus, die zweite Staffel.

00:01:03: Und du bist wiederum der erste Gast.

00:01:05: Mach dich das ein bisschen stolz.

00:01:06: Freust du dich wieder bei mir am Tisch zu sitzen?

00:01:08: Das macht mich unheimlich stolz.

00:01:10: Und ich habe die erste Staffel noch in Erinnerung, meine Aufregung.

00:01:13: Aber ich hatte wirklich viel Spaß gemacht und ich freue mich jetzt heute wieder hier sein zu dürfen.

00:01:17: Das ist schön zu hören.

00:01:18: Heute sprechen wir über ein Thema, das in unserer allerersten Folge so ein bisschen angeklungen ist.

00:01:23: Aber da ging es ja eigentlich mehr um die Fischwirtschaft in Gänze.

00:01:27: Heute suchen wir uns ein sehr spezielles Thema heraus.

00:01:30: Wir wollen nämlich heute über ein Fischliftsystem am Baldeneisee sprechen.

00:01:35: Erzähl mal drüber, was gibt es da am Baldeneisee, was den Standort so besonders macht?

00:01:40: Der Standort ist besonders schwierig.

00:01:42: Also erstmal neun Meter Höhenunterschied zwischen der Ruhr unterhalb und dem Baldeneisee ist kein Pappenstiel.

00:01:47: Dafür hätte es einem wirklich langen und großen Fischaufstieg nach konventioneller Bauart gebraucht und dazu fehlte der Platz.

00:01:54: Wir haben also die ideale Einstiegsposition, da muss man auch achten, wo schwimmen die Fische hin, wo würden sie den Fischaufstieg finden, ist am rechten Ufer, also in Fließrichtung gesehen, da wo die Wasserkraftanlage ist.

00:02:06: Dort gehen am Ufer entlang unterhalb des Randwege sehr viele Versorgungsleitungen, die nicht einfach so durchtrennen oder zu verlegen sind.

00:02:15: und Ein Golfplatz schließt an und wir hatten einfach keine Flächen, um dort einen konventionellen Fischaufstieg zu bauen.

00:02:22: Aber ihr habt mal den Golfplatz gefragt, ob die schon... Lust drauf hätten auf zwei, drei Löcher zu verzichten, damit ihr eine Fischstrecke bauen könnt.

00:02:30: Oder ich sage jetzt mal einen herkömmlichen Fischaufstieg.

00:02:33: Ja, natürlich haben wir mit dem Golfclub gesprochen und die hatten auch wirklich viel Verständnis für uns.

00:02:38: Aber der Golfplatz ist nicht besonders groß und sie hätten viel Fläche opfern müssen.

00:02:42: Und das hätte natürlich den Fortbestand des Golfclubs, des Golfplatzes, auch sehr infrage gestellt.

00:02:47: Und deswegen ... Wurde eben nicht ein lang oder auf dem Golfplatz ein Fischaufstieg gerichtet.

00:02:52: Wann seid ihr denn mit der Planung quasi angefangen?

00:02:55: Also wann ging das bei euch los?

00:02:56: Wann habt ihr gesagt, Mensch, wir überlegen mal hier ein Fischliftsystem hinzubauen und keine normale Fischaufstiegsanlage?

00:03:04: Tatsächlich hatte Ruhrverband schon im Jahr Zwei-Tausendzehn ein renommiertes Planungsbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragen.

00:03:10: Also was für eine Art von Fischaufstieg können wir in Baldner bauen?

00:03:14: In dieser Studie wurden fünf Varianten vorgeschlagen.

00:03:18: oder vorgestellt, die man hätte bauen können.

00:03:20: Die konnten leider eben nicht umgesetzt werden wegen der mangelnden Flächenverfügbarkeit oder aber weil einige dieser Vorschläge nicht den vorgegebenen Standards, die auch in Regelwerken und in bestimmten Erlassen niedergeschrieben sind, genügt hätten.

00:03:34: Und so mussten wir wieder bei Null anfangen und haben uns sehr intensiv mit sogenannten Sonderbauweisen von Fischaufstiegen beschäftigt.

00:03:43: wo wir hier in Deutschland zu dem Zeitpunkt so gut wie keine oder ganz wenig Erfahrungen hatten.

00:03:48: Im Ausland gibt es hier und da schon was und ein Freund in Neuseeland hat sich dann mit engagiert und der sehr versiert ist und hat uns weltweite Infos zur Verfügung gestellt.

00:03:59: Aber wir mussten gar nicht so weltweit gucken.

00:04:01: Dann auf einmal kamen wir wirklich fast wie durch Zufall auf die Idee eines Metallbauers aus Baden-Württemberg, aus dem Allgäu.

00:04:09: Und der hatte sich schon viele Gedanken gemacht für ein System, so einen sogenannten Fischlift.

00:04:14: Das muss man sich vorstellen wie eine Röhre.

00:04:17: In dieser Röhre bewegt sich ein Korb.

00:04:19: Wir sagen ein Hubkorb zu und der wird mit Wasserdruck entweder angehoben oder abgesenkt.

00:04:25: Und diese Idee hat uns dann quasi etwas weitergebracht.

00:04:28: Das heißt, du wusstest schon, dass es dieses System gibt und hast dann gesagt, wir übertragen das dann mal auf den Ruhrverband?

00:04:34: Ja, also während dieser Recherchearbeit macht nämlich ein Kollege aufmerksam und sagt, der Mensch, dein Algor ist einer, der hat sich so Gedanken, macht so so ein Fischlift.

00:04:42: Aber es war eben nicht mehr als eine Zeichnung.

00:04:44: Und dann haben wir das mit den Fachbehörden besprochen.

00:04:48: Ich glaube, das war einfach, weil wir keine Alternativen hatten, fand das Umweltministerium diese Variante, diese Idee aber auch sehr spannend.

00:04:56: Weil, wenn das funktioniert, hätte man ja auch für andere komplizierte Standorte eventuell eine Lösung.

00:05:02: Und so hat das Land NRW dieses Projekt zu einem Pilotprojekt ernannt und hat uns quasi beauftragt, diese Idee des Fischlifts des Mal in die Tats umzusetzen und die Funktionsfähigkeit zu überprüfen.

00:05:18: Wird in unser damaliger technischer Vorstand darauf reagiert, als du ihm gesagt hast... Weiß so was, wir bauen jetzt einen Fischlift.

00:05:24: Na ja, so weit waren wir noch nicht.

00:05:25: Auf jeden Fall wurden natürlich auch Gespräche mit dem Vorstand geführt und haben gesagt, dass wir eventuell eine Möglichkeit, die sollten wir verfolgen.

00:05:34: Und wir müssen natürlich neben dem Fördermittel nach Eigenmittel investieren.

00:05:38: Aber sowohl unser Haus als auch die Behörden standen dahinter.

00:05:41: Du hast gerade die Fördermittel angesprochen.

00:05:43: Kannst du was zum Auftragsvolumen sagen, beziehungsweise zu den Kosten des Fischlifts?

00:05:48: Ja, ich sag mal, von den ersten Untersuchungen, die wir am Karlsruher Institut für Technologie durchgeführt haben, bis zum jetzigen Monitoring sind Kosten von etwa sechs Komma acht Millionen Euro aufgelaufen.

00:06:00: Okay.

00:06:01: Sechs Kommaht Millionen sind kein Pappenstil, aber es scheint sich ja gelohnt zu haben.

00:06:07: Wir haben jetzt allerdings auch so viel über die technischen Vororsetzungen gehört, über Leitungen, die da im Weg waren und so weiter und so fort.

00:06:14: Dass wir bislang noch gar nicht über den eigentlichen Grund darüber gesprochen haben, warum Fische denn überhaupt so was wie eine Aufstiegshilfe brauchen, holen uns mal ein bisschen ab.

00:06:22: Also ich stelle mir das gerade so vor, Fische, die schwimmen ja.

00:06:26: Also die wollen von einem Ort zum anderen.

00:06:29: Und warum müssen die die Ruhr hoch schwimmen?

00:06:34: Also Fische müssen zum Erhalt ihrer Art in einem Gewässer, in einem Bach oder Fluss verschiedene Habitate Lebensräume aufsuchen.

00:06:41: Das sind zum Beispiel Leichhabitate, Nahrungsplätze, Winterruhrplätze, also Wintereinstände.

00:06:49: Je nach Fischart wandern die bis wirklich viele Kilometer einige hunderte von Kilometern einige nur wenige Kilometer.

00:06:55: Sie müssen im System wechseln können.

00:06:57: Sie müssen auch in Nebengewässer schwimmen können, um einfach die A zu erhalten.

00:07:01: Und Fischer haben für die aquatische Ökologie und für einen guten Zustand in den Gewässern spielen sie auch eine wichtige Rolle sowie andere Organismen auch im Wasser.

00:07:09: Und deswegen hat im Jahr ist die EU die sogenannte Wasserrahmenrichtlinie erlassen.

00:07:15: Das ist eine gesetzliche Vorgabe, die die Mitgliedsstaaten der EU verpflichtet, in ihren Gewässern den guten ökologischsten Zustand wieder herzustellen oder zu sichern.

00:07:29: Da sind die Fische auch ein Parameter, der zu beachten ist.

00:07:32: Und deswegen sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, eben sich darum zu kümmern, dass wäre wieder durchklingig gemacht werden.

00:07:38: Das machen dann nicht die Behörden selber, sondern die Eigentümer dieser Wehranlagen oder Querbauwerke.

00:07:43: In dem Fall ist der Rohrverband Eigentümer das Wehres-Ballenei und verpflichtet, dort eine Fischaufstiegsanlage zu errichten.

00:07:52: Bei allen anderen... Querbauwerken oder Wehren wird das ja in der Regel an eben durch diese Fischtreppe, sag ich jetzt mal umgangssprachlich gewährleistet.

00:08:02: Wann seid ihr denn dann jetzt ganz konkret gestartet und vor allen Dingen wie?

00:08:05: Ich meine, der bauner Fischtreppe, der ist ja vermutlich gelernt.

00:08:08: So, jetzt habt ihr aber ein neues System, dieses Fischliftsystem.

00:08:11: Wie geht man da dran?

00:08:12: Also wie geht man an das Thema Strömung dran?

00:08:15: Wie geht man an das Thema Konstruktion ran?

00:08:18: Wie habt ihr euch da vorbereitet?

00:08:19: Also wir haben erstmal eine Arbeitsgruppe gebildet, die wir sehr interdisziplinär besetzt.

00:08:25: Wenn

00:08:25: du nicht mehr weiter weißt, dann bildet ein Arbeitskreis.

00:08:27: Genau

00:08:27: so haben wir es gemacht.

00:08:29: Also Bauingenieure, Hydraulika, Fischbiologen und Ökologen und sind dann nach Karlsruhe an das KIT, das Karlsruhe-Institut für Technologie gegangen, weil da sehr viel Expertise vorherrscht in diesen Themen und haben dort erstmal dreidimensionale Computer-Simulationen durchgeführt.

00:08:49: Das heißt sogenannte, drei DHN-Modellierung.

00:08:52: Das heißt Strömungsmodellierung.

00:08:54: Also es wurde quasi am Computer, was wurden die Bauteile oder dieser Fischlift quasi nachsimuliert und dann der Wasserfluss durch diese Anlage eben... mit dreidimensionalen Darstellungen und Berechnungen gezeigt und so konnte das auch verändert werden.

00:09:10: Das heißt, wir mussten ja wissen, wie fließt das Wasser dadurch, mit welchen Fließgeschwindigkeiten gibt es Turbulenzen und Lufteinträge und so weiter.

00:09:18: Und als diese numerischen Modelle aufgebaut waren und die ersten Testläufe eben auch schon Ergebnisse zeigen, wo man sagen kann, die in verschiedenen Stellschrauben optimieren, wer das jetzt, wurden physikalische Modelle gebaut.

00:09:31: Das heißt, der Fish Lift oder Teil davon wurden im Maßstab zum Beispiel eins zu vier nachgebaut, dann wurde das alles, was mit den Computersimulationen schon errechnet wurde, einmal marschstäblich nachgebaut und dort mit Messungen überprüft, ob das denn auch in der Praxis auch so aussieht.

00:09:49: Das heißt, ihr habt da auch richtig Wasser durchfließen lassen?

00:09:51: Richtig

00:09:51: Wasser durchfließen lassen.

00:09:53: Und die Ergebnisse wurden immerhin und her gespielt, mithilfe der Nomerik wurden wieder Optimierungen durchgeführt, das wieder ins physikalische Modell umgesetzt, wieder überprüft.

00:10:01: Und als das alles... Funktionierte.

00:10:04: Haben wir da im Tee- oder Rehbock-Institut, MKIT, das Fischlift-System im Maßstab eins zu eins nachgebaut.

00:10:11: Also wir haben fast gefühlt die ganze Wasserbauhalle in Beschlacht genommen.

00:10:15: Moment, das heißt, ihr habt das Fischlift-System, das jetzt so am Baldeneis steht, schon mal vorgebaut.

00:10:20: Eins zu eins, in Originalgröße.

00:10:22: Ja, außer die Höhe.

00:10:24: Die Höhe war natürlich nicht neun Meter, weil das ist nicht nötig, sondern ob der Fisch jetzt drei Meter gehoben wird oder neun Meter, das merkt er gar nicht, das ist auch egal.

00:10:31: Wichtig ist eben, findet er die Anlage akzeptierter, die schwimmt da rein, bleibt er in dem Fischlift, schwimmt auch wieder raus.

00:10:37: Das war eine Fragestellung.

00:10:39: Und dann haben wir etwa tausend Fische aus fünfzehn verschiedenen Arten, also die repräsentativen Fischarten der Ruhr haben wir ausgewählt, haben etwa tausend Tiere hier in der Ruhr bei Baldenei und Chemnade gefangen, haben die nach Karlsruhe gebracht.

00:10:57: Ein Fischexport.

00:10:58: Und die Fische sind dann in verschiedenen zusammengesetzten Gruppen, haben die dann in diese Anlage durchschwommen.

00:11:06: Und das waren immer standardisierte Versuche, auch mit einer standardisierten Dauer.

00:11:11: Und das wurde dann eben beobachtet, gefilmt und das Fischverhalten wurde ausgewertet.

00:11:16: Und tatsächlich war es so, die Fische haben uns den Weg gezeigt.

00:11:20: Also das Verhalten der Fischer hat uns gezeigt, wo noch Optimierungsbedarf ist.

00:11:24: Wo war diese Optimierungsbedarf in erster Linie zu suchen?

00:11:27: Also war das Strömungsproblematik?

00:11:29: War das so ein bisschen die Umgebung?

00:11:30: Du hast mir mal bei einer Fischlichtführung erzählt, Fische sind ja auch nur Menschen, die sind durchaus misstrauisch.

00:11:37: Woran lag es da in erster Linie?

00:11:38: Also das waren ganz viele verschiedene Effekte, die du gerade schon angesprochen hast.

00:11:41: Das waren zum Beispiel Licht und Schatten.

00:11:43: Also wenn es große Unterschiede gibt zwischen Licht und Schattenwurf, dann reagieren die Fische da drauf.

00:11:47: Das waren zum Beispiel die Lichtbänder im Dach der Wasserbauhalle, für unterschiedliche Lichteintrag in diese Vorkammer.

00:11:57: Also wir haben quasi eine Geometrie oder einen Bereich gebaut.

00:12:01: durch den die Fische schwimmen mussten, bevor sie zu den Fischliften kamen.

00:12:06: Hell und dunkel, Licht und Schatten spielte eine große Rolle.

00:12:09: Gab es da Fischarten, die das sofort akzeptiert haben und welche, die gesagt haben, da ist mir ein bisschen Spuke hier?

00:12:14: Nein, eigentlich nicht.

00:12:15: Also die Fischarten reagieren sehr unterschiedlich.

00:12:18: Es gibt auch Arten, die brauchen einen Schwarm, die brauchen diese Sozialkontakte, um sich sicher zu fühlen.

00:12:24: Also ich sag mal Arten wie Rot-Auge.

00:12:26: Brasse Güster, die sind gerne zusammen, die vermischen sich auch, morgen sind sich da auch ein paar Flussbarsche dazu, aber denen gibt dieser Schwarm die Gruppesicherheit, wenn sie allein unterwegs sind, sind sie erstmal viel viel vorsichtiger.

00:12:38: Oder aber die Zusammensetzung kleine Friedfische mit einem Raubfisch, mit einem Hecht zusammen.

00:12:45: Dann haben sie den immer im Blick und sagen, pass mal auf, Kollege, mir ist immer nicht ganz vorher dabei, wenn du hinter mir her schwimmst.

00:12:51: Also sowas spielt eine große Rolle.

00:12:53: Aber es war eben so, dass Vor allem das Einschwimmen in die Lifte.

00:12:57: Das ist eine Öffnung von sechzig Zentimeter Breite und einem Meter Höhe.

00:13:02: Zum Beispiel, viele Fische wollten nicht einschwimmen, weil vielleicht unten am Boden da war eine kleine Kante zuerst.

00:13:06: Dann haben wir diese Kante durch eine leichte Anderampung verändert, dann wird es schon besser.

00:13:11: Aber einige Fische oder Arten schwammen trotzdem nicht in den Fischliften.

00:13:16: Bis wir die Strömung, die Fließgeschwindigkeiten so optimiert hatten, dass alle Fischarten problemlos den Einstieg in den Lift fanden, reinschwammen und drin blieben.

00:13:28: Gibt es eine Strommusgeschwindigkeit, von der man sagen kann, das ist so ein Durchschnitt, da fühlen sich alle Fische wohl mit?

00:13:33: Also zwischen Null, fünf und Null, sieben Metern pro Sekunde Fließgeschwindigkeit direkt am Einstieg oder im Einstieg.

00:13:40: Das ist die ideale Geschwindigkeit, die von allen Fischarten und Altersklassen, also Größen, akzeptiert wird.

00:13:45: Genauso das Ausschwimmen.

00:13:47: Die Fischenschwimmen dann irgendwann perfekt in den Lift rein, wollten aber nicht mehr raus.

00:13:50: Also mussten auch da Details optimieren.

00:13:52: Also es war wirklich viel viel Kleinigkeiten, die man vielleicht im Vorfeld bei der Planung so gar nicht bedacht hatte.

00:13:58: Aber die Fischer haben uns gezeigt, wo Optimierungsbedarf war und das waren unsere besten Mitarbeiter.

00:14:03: Du hast ja gerade gesagt, dass einige der Fischarten in Schwärmen quasi einschwimmen, sich alleine nicht so wohl fühlen.

00:14:09: Wie ist das denn technisch geregelt?

00:14:10: Also ich stelle mir gerade so vor, die Fische schwimmen ein, zack.

00:14:14: Tor runter, Fischplatt.

00:14:16: Oder gibt es da eine Möglichkeit zu sagen, so wir lassen das Gatter für eine gewisse Zeit oben, damit alle Fische einschwimmen können?

00:14:23: und vor allem wie bleiben die dann in dem Korb und schwimmen nicht wieder raus?

00:14:26: Genau, und das waren ja die Untersuchungen, die wir bei Dein Karlsruhe mit diesem Modell gemacht haben und wir haben die Fließgeschwindigkeiten und die Richtung, wie das Wasser durch den Lift hindurch fließt, weil es muss ja schändig einem Wasserfluss vorhanden sein.

00:14:39: Damit wir eine sogenannte Leitströmung erzeugen können, an der sich die Fische orientieren.

00:14:43: Also die Fische benutzen diese Leitströmung, wie wir ein Navi benutzen, um sich einfach zu orientieren.

00:14:48: Und das musste optimal eingestellt werden.

00:14:50: Das heißt, es mussten die Rohrleitungen, die Rechen, die Verschlussorgane, das Lift, das musste alles bis ins kleinste Detail mit Hilfe der Fische optimiert werden, bis sich alle akzeptierten.

00:15:02: Ja, und da blieben die Fische auch drin.

00:15:03: Und wir können den Lift stufenlos einstellen.

00:15:05: Er ist in der Regel so eingestellt, dass die Fische dreißig Minuten Zeit haben, reinzuschwimmen.

00:15:09: Das ist

00:15:10: gemächlich,

00:15:10: oder?

00:15:10: Das ist gemächlich.

00:15:13: Dann warten die aber auch tatsächlich auch dreißig Minuten da drin.

00:15:16: Natürlich schwimmt auch mal einer wieder zurück, weil er sagt, wieso geht es hier nicht weiter?

00:15:19: Wieso geht die Tür auf die anderen Seite nicht auf?

00:15:21: So sinngemäß.

00:15:22: Aber die Strömung bleibt vorhanden?

00:15:23: Die Strömung

00:15:24: bleibt vorhanden.

00:15:24: Okay.

00:15:25: Und dann schließt sich die Tür.

00:15:27: Das ist quasi ein stufenloser... Verschluss, der von oben nach unten den Eingang verschließt.

00:15:34: Langsam, sodass kein Fisch zu Schaden kommt.

00:15:37: Dann ist dieser Strömungsfluss unterbrochen.

00:15:40: Das Wasser, was vorher durch den Lift geleitet wird, wird dann unter diesen Hubkorb geleitet, drückt diesen Hubkorb die neuen Meter nach oben, dann öffnet sich die Ausstiegsöffnung an der Gegengesetzte als Einstiegs.

00:15:53: Also im Oberwasser quasi.

00:15:54: Genau.

00:15:55: Und das Wasser kann dann auch wieder durch einen Ablassorgan, also es fließt dann auch wieder axial durch den Lift, durch diesen Hubkorb hindurch, wird auf der anderen Seite wieder abgelassen und die Fische finden dann, weil sich die Leitströmung wieder darstellt.

00:16:10: den Weg nach draußen.

00:16:11: Dann müssen sie gut dreißig Meter unter dem Kraftwerksgebäude hindurch schwimmen durch die sogenannte Ausstiegsrinne, bis sie dann mit einem guten Sicherheitsabstand vom Kraftwerksrechen im Oberwasser wieder aus der Anlage raus in den Ballen, als sie schwimmen.

00:16:24: Du hast ja gerade mal so dieses Misstrauen angesprochen, die schwimmen dann einfach durch diese Ausstiegsrinne aus und haben da überhaupt keine Befürchtung, weil die ist ja vermutlich schmaler als der eigentliche Lift, als der eigentliche Korb,

00:16:35: oder?

00:16:35: Nein, die ist nicht schmaler.

00:16:36: Die musst du dir vorstellen, genauso wie so ein... Fischaufstieg klassisch gebaut ist, ist das gebaut, da habe ich nur einen Höhenunterschied allerdings von zwanzig Zentimetern auf der Strecke bis zum Oberwasser.

00:16:46: Das ist wirklich sehr breit und auch tief und da mussten wir noch gucken, Licht und Schatten, weil die Fische dann ja unter dem Gebäude durchschwimmen und es da ja dunkel wäre.

00:16:54: Auf der anderen Seite müssen sie zum Beispiel tagsüber im Hellen wieder aussteigen und das hätte die Fische nach unseren Erfahrungen auch wieder ausgebremst.

00:17:01: Deswegen sind in dem Bereich der Ausstiegsrinne, wo die unter dem Gebäude durchgeht, LID-Lichtbänder, dem Tageslicht und dem Tageslichtverlauf angepasst, sodass die Fische, wenn sie den Tagsüber durch die Anlage schwimmen, gar nicht durch diese Dunkelheits- und Effekte irgendwie gestört werden.

00:17:19: Das heißt, ihr habt ihnen den Ausstieg so angenehm wie möglich

00:17:21: gemacht?

00:17:22: Natürlich, das ist richtig schick mit den Lichterketten.

00:17:24: Unbedingt.

00:17:25: Sag mal, seit Jahrzehnte ist da Fischlüft jetzt in Betrieb, oder?

00:17:30: Genau.

00:17:30: Also

00:17:30: jetzt im sechsten Jahr sozusagen.

00:17:32: Ja, im Jahr zwanzig fünfzehn waren die Untersuchungen beendet und wir konnten die Funktionsfähigkeit belegen.

00:17:37: Dann kam die Planungsphase, Ausschreibung, zwanzig achtzehn wurde mit dem Bau begonnen, zwanzig zwanzig.

00:17:42: im Sommer war die Anlage dann fertig.

00:17:44: Zwei Jahre ist ja auch schon ordentlicher Hammer, ist das irgendwie ausgebremst worden oder?

00:17:48: Nein, das fand ich nicht.

00:17:49: Es gab mal ein kleines Hochwasser, aber das ist ein technisch mauliches Meisterwerk und ich muss ehrlich sagen, die Ingenieure und Fachfirmen, die das geplant und gebaut haben.

00:18:00: Den gehört ein ganz großes Lob ausgesprochen.

00:18:02: Also das war wirklich eine meiste.

00:18:04: Das machen

00:18:04: wir mal an dieser Stelle.

00:18:05: Sehr

00:18:05: gerne.

00:18:06: Das auch jeden Fall.

00:18:07: Jetzt habt ihr sechs Jahre Erfahrung gemacht.

00:18:09: Es gab ja so eine Art Einstellungsphase.

00:18:11: Also wenn man geguckt hat, funktioniert das so wie wir uns das vorgestellt haben, ist die Akzeptanz der Fische immer noch gegeben.

00:18:17: Und dann eine Monitoringphase.

00:18:20: Was kannst du jetzt zu dem Zeitpunkt schon an den oder zu den Ergebnissen erzählen?

00:18:24: Ich gehe nochmal kurz zu der Einstellungsphase.

00:18:27: Also die war ganz wichtig, um nach dem Bau sicherzustellen, dass alles genauso da steht und gebaut wurde und auch funktioniert, wie in Karlsruhe untersucht und entwickelt.

00:18:40: Denn das Monitoring wird nicht von uns durchgeführt.

00:18:42: Das sind unabhängige Wissenschaftler, die das machen.

00:18:44: Das ist die Uni Duisburg Essen.

00:18:46: Die untersuchen das und wir nehmen überhaupt keinen Einfluss und es wird begleitet durch die sogenannte Expertengruppe.

00:18:52: Das ist eine Gruppe aus Fachleuten, Ingenieuren, Fischökologen und Behördenvertretern, die das Projekt quasi schon bei den Untersuchungen in Karlsruhe begleitet hat.

00:19:01: Also interdisziplinär.

00:19:02: Keine Ruhrverbände lag, keine Reihenruhrverbände.

00:19:04: Genau.

00:19:05: Auch, aber nicht

00:19:06: ausschließlich.

00:19:06: Genau.

00:19:07: Da sind verschiedene Verbände dabei.

00:19:08: Da sind Naturschutzverbände, Fischereiverbände dabei.

00:19:10: Da sind die Behörden dabei, die auch sehr kritisch geguckt haben, die Ergebnisse bewerten und auch durchaus nochmal Nachforderungen gestellt haben, was man noch beachten sollte.

00:19:20: Oder wenn man, also das war ein sehr hohes Maß an Qualitätssicherung.

00:19:23: durch diese Expertengruppe das Projekt.

00:19:26: Und mit der Einstellungsphase wollten wir sicher gehen, dass auch alles hydraulisch und physikalisch so funktioniert, wie wir es geplant hatten.

00:19:34: Und in diesem Prozess haben wir schon in der Bauphase begonnen, dass wir genau hingeschaut haben.

00:19:39: Aber diese Einstellungsphase hat das nochmal alles überprüft und dieses wissenschaftliche Monitoring, dafür mussten ja auch verschiedene Infrastrukturen schon in der Bauphase geschaffen werden.

00:19:49: Das wird auch alles in dieser Einstellungsphase getestet, eingestellt, sodass man am Ende sagen konnte, wir geben eine funktionsfähige Anlage, wo alles bereit ist, übergeben das den Wissenschaftlern der Uni, die jetzt das Monitoring durchführen.

00:20:04: Und das findet noch bis Ende diesen Jahres statt.

00:20:11: Geldgeber sozusagen, also derjenige, der uns fördert, das Land in der WEDA will ja vermutlich dann auch wissen, was haben denn diese monitorigen Ergebnisse bislang ergeben?

00:20:21: Kannst du da schon ein bisschen was zu sagen?

00:20:22: Also gibt es unterschiedliche Akzeptanz bei den Fischen oder nehmen das alle Fische an?

00:20:29: Gibt es Fische, die noch gar nicht gesichtet worden sind im Aufzug?

00:20:33: oder Jahreszeiten bedingt oder so was.

00:20:35: Also ich könnte mir vorstellen, dass die Fische vermutlich im Frühjahr lieber wandern als im Winter.

00:20:39: Also ich würde es zumindest so machen, wenn ich ein Fisch wäre.

00:20:42: Aber was kannst du uns dazu sagen?

00:20:43: Also die Fischwanderung ist ja unterschiedlich.

00:20:46: Das sind ja eben, wie ich sagte, bestimmte Zeiten, wo sie in verschiedenen Habitaten wechseln wollen.

00:20:50: Bei uns hier in der Ruhe ist das vor allem der Frühling und der Herbst.

00:20:53: Also Wanderung zur Leichtzeit oder aber zu den Winterruheplätzen.

00:20:57: Und es gibt Fischarten, die schwimmen tagsüber andere eben nur bei der Dunkelheit in den frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden.

00:21:03: Das ist ganz unterschiedlich.

00:21:05: Und es ist dann so, dass wir mittlerweile Zweiundzwanzig Fischarten oder nicht wir Zweiundzwanzig Fischarten wurden in dem Fischlift bisher detektiert.

00:21:13: Die nutzen den.

00:21:14: Und das sind alle Arten, die wir auch in der Ruhe unterhalb finden.

00:21:18: Also alle Arten, die vorhanden sind, nutzen auch den Fischlift.

00:21:22: Und die Mengen sind eben sehr unterschiedlich.

00:21:24: Das sind außerhalb der Wanderzeiten vielleicht nur einige Dutzend Fische am Tag, während der Wanderzeiten viele hundert, die da durchschwimmen.

00:21:31: Manchmal sind es auch schwerer von mehreren hundert Fischen, die gleichzeitig durch die Anlage hindurchschwimmen.

00:21:36: Und das ist schon imposant.

00:21:37: Ja, also von daher, was mich einfach freut, ist das sowohl die Winzlinge, wie zum Beispiel der Stichling oder die kleine Uckelei.

00:21:46: Die Anlage nutzen wie auch die Giganten, zum Beispiel Welse oder Hechte.

00:21:52: Du hast gerade angesprochen, also da sind ja durchaus dann auch Hauptfische dabei, kriegen die das mit?

00:21:57: Also oder anders gefragt, nutzen die den Fischlift ganz bewusst, weil sie wissen, da wird das Essen quasi... direkt serviert.

00:22:07: Ja, leider ist das so.

00:22:08: Das hat aber nichts mit der Technik des Fischlifts zu tun, sondern dass es mittlerweile von allen Wehrstandorten und Querbauwerken und Fischaufstiegen bekannt, dass die Räuber relativ schnell lernen, wo die Beute vorbeikommt und sie mit relativ wenig Aufwand.

00:22:21: da zu schnappen können.

00:22:22: Ist ja wie in so einem Sushi-Restaurant mit dem Laufwand.

00:22:25: Genau, richtig.

00:22:26: Und dann sucht man sich da, dann pickt man sich da die Rosinen raus.

00:22:29: Und das ist so.

00:22:30: Also es gibt eine Sicherheit auch Raubfische, die genau aus dem Grund in den Fischlifts hineinschwemmen, um sich voll zu futtern.

00:22:36: Und wir haben es ja auch bei den Sonnaaufnahmen gesehen im Unterwasser, als wir dann das Fisch verhalten unterhalb des Kraftwerks der Wasserkraftanlage und dem Einstieg untersucht haben, dass da immer wieder Wälse und Hechte rumlungern und auf Patrouille gehen und warten, dass jemand vorbeikommt, den sie.

00:22:51: verspeisen

00:22:52: können.

00:22:52: Mich würde noch mal ganz speziell das Thema Monitoring interessieren.

00:22:55: Welche Arten von Monitoring-Maßnahmen führt ihr denn da überhaupt durch?

00:22:58: Also wie könnt ihr quantifizieren oder auch qualifizieren, ob das Thema für Schlift funktioniert?

00:23:04: Also wir machen das nicht.

00:23:05: Wir sind da auch nur Zuschauer.

00:23:06: Ja, wenn ich ihr sage, dann meine ich natürlich auch die Experten.

00:23:11: Also

00:23:11: es sind verschiedene Methoden eingebaut worden.

00:23:13: Und zwar sind zum Beispiel in der gesamten Anlage an allen wichtigen Positionen Antennen verbaut.

00:23:19: Dann wurden in der Ruhe mehrere hundert Fische gefangen, mit Sendern ausgestattet und wieder freigelassen.

00:23:24: Wie habe ich mir das vorzustellen mit den Sendern?

00:23:27: Das ist ein Tier.

00:23:27: Das ist

00:23:28: ein Halsband, weißt du, so ein Fischhalsband?

00:23:31: Ganz so ist es nicht.

00:23:33: Die Fische wurden unter einer Kose operiert und wurden ein kleiner Sender, ein bisschen größer als ein Reiskorn, in die Bauchhöhle implantiert.

00:23:41: Und dann diese kleine Schnittstelle.

00:23:44: wieder verschlossen und dann wurden die Fische noch eine Weile beobachtet, ob es ihnen wieder gut geht und wurden damit er freigelassen.

00:23:50: Wenn so ein Fisch jetzt durch den Fisch schwimmt, wird er vom ersten Moment bis zum Ausstieg getrackt.

00:23:57: Das heißt, er gibt einen Signal ab an die Antennen und das wird gespeichert und man kann es auswerten und man kann wirklich auf die Sekunde genau den Weg des Fisches im Fischlift verfolgen.

00:24:08: Man würde also auch sehen, hat er eine lange Pause gemacht, hat er abgebrochen, hat er an irgendeiner Stelle vielleicht kehrt gemacht, weil ihm das unheimlich war.

00:24:15: Und das ist für mich, finde ich, eigentlich die wichtigste Methode, um die Passierbarkeit zu untersuchen.

00:24:20: Also zwei Hauptfragestellungen haben wir.

00:24:23: Aufhinbarkeit finden die Fische ohne Zeitverzögerung den Einstieg, weil es gibt eine konkurrierende Strömung durch die Wasserkraftanlage, spielt eine ganz große Rolle.

00:24:32: Finden sie den Einstieg neben der Wasserkraft und können sie ohne Probleme den Fischlift durchwandern und damit das Ballener Wehr passieren.

00:24:40: Und dann gibt es noch weitere Methoden.

00:24:43: Im Unterwasser wurden also das Fischverhalten und die Aufhindbarkeit des Einstiegsmittels zur Nahttechnik untersucht.

00:24:49: Und es gibt zum Beispiel am Ausstieg, bevor die Fische in dem Ballener See schwimmen, eine Unterwasserkamera, den sogenannten Waki-Counter.

00:25:00: der vierundzwanzig sieben nachts mit infrarotbeleuchtung jeden fisch der durch die anlage schwimmt filmt und aufnimmt.

00:25:07: und die wissenschaftler der uni schauen sich diese videos dann an und Bestimmen die art und die größe des fisches.

00:25:13: das können die alles aufgrund der kameraufnahmen.

00:25:16: also die fische schwimmen da quasi durch das heißt sie werden gezählt und gleichzeitig kann man feststellen welche art von fisch da

00:25:22: durch.

00:25:23: und da gibt es super tolle videos die wir ja zum teil auch im info point zeigen.

00:25:27: das ist ja eine Eine kleine, wundervolle Ausstellung, die wir am Berbaldenei haben.

00:25:32: Da zeigen wir eben auch ein Teil der Videos und da geht einem wirklich das Herz auf, wenn man sieht, was dafür eine Bewegung ist und wie viele Fische da sind.

00:25:39: Und was ich so faszinierend finde, da kommen manchmal Schwärme von mehreren Hundert Tieren, wo ich einfach nur staune, dass das funktioniert, dass die alle zusammen in diesen Lift einschwimmen, in diesen dreißig Minuten und oben wieder rausgehen als Gruppe.

00:25:52: Und eben wie gesagt... Die ganz großen und die ganz kleinen, also die schwachen wirklich starken Könns.

00:25:57: und damit sind eigentlich genauso die Vorgaben erfüllt, die ein Fischaufstieg fachlich leisten muss.

00:26:03: Das ist gerade gesagt, die Fische werden in den Vierundzwanzig Sieben gezählt.

00:26:06: Das heißt, der Fisch schläft es an jedem Tag im Jahr in Action?

00:26:11: Genau, also ein Fischaufstieg muss an mindestens dreihundert Tagen im Jahr im Betrieb sein.

00:26:17: Das ist auch

00:26:17: Gesetzgebung?

00:26:18: Das ist Gesetzgebung und die restige Zeit ist zum Beispiel bei Hochwasser.

00:26:23: Also im Bauchwasserereignissen macht das keinen Sinn, dann ist auch kein Problem, wenn die Anlage mal abgeschaltet ist, sondern nicht in Betrieb ist, aber mindestens dreihundert Tage im Jahr muss so ein Fischaufstieg, egal wie man ihn gebaut hat, funktionieren.

00:26:34: Wie geht das denn jetzt weiter?

00:26:36: Also Ende des Jahres hast du gesagt, ist die Monitoringphase zu Ende?

00:26:41: Und dann war das so ein einmaliges Ding.

00:26:43: oder müssen wir jetzt alle Fischtreppen abbauen und anstelle der Fischtreppen dann Fischaufzüge positionieren, weil das so hip ist.

00:26:54: Wie geht es denn weiter

00:26:55: Markus?

00:26:56: Auf keinen Fall.

00:26:56: Also zum Ende des Jahres wird der Abschlussbericht veröffentlicht und dann natürlich auch den Fachbehörden und den Fachleuten vorgestellt, diese Expertengruppe, die natürlich auch mit bewerten.

00:27:08: Und ich kann eben nicht vorgreifen, weil ich Ergebnisse in Gänze auch noch nicht kenne.

00:27:13: Aber ich gehe mal davon aus, dass wenn die Anlage, wenn ihr die Funktionsfähigkeiten, ein guter Betrieb, attestiert wird, dass sowas auch Schule macht.

00:27:21: Weil das waren ja auch genau die Interessen des Landes NRWs, dass sie gesagt haben, wenn das wirklich funktioniert, diese Sonderbauweise, haben wir vielleicht auch Lösungen, die Fischdurchgängigkeit an anderen komplizierten Wehrstandorten umzusetzen.

00:27:33: Und dann kann ich mir gut vorstellen, dass dieses System auch Schule macht.

00:27:38: Die Fischstimmigängigkeit, also es ist ja bei uns so quasi, dass die Fische aus dem Rhein in die Ruhe einschwimmen.

00:27:45: Dann, dass wir in Duisburg passieren müssen.

00:27:47: Dann, dass wir in Kettwig, bis das dann irgendwann im Baldeneisee sind.

00:27:50: Es sind diese Vorstufen, sag ich mal, vor dem Baldeneisee.

00:27:54: Sind die alle frei passierbar oder gibt es da schon

00:27:56: Schwierigkeiten?

00:27:56: Noch nicht, der wird aber gerade mal gearbeitet und in den nächsten Jahren ist das auch erfüllt.

00:28:00: Und zwar ... baut oder plant, baut die Bezirksregion Düsseldorf gerade einen Fischaufstieg am Ruhrwerks-Düsburg.

00:28:09: Das ist in Arbeit und Kettwig wird gerade auch vom Ruhrverband bearbeitet.

00:28:14: Das heißt, es ist Hoffnung für die Fische in Sicht, dass die Ruhr demnächst wirklich komplett durchgängig.

00:28:19: Stellt sich eigentlich die Frage, warum hat man es dann zuerst am Balkan sehr ausprobiert mit dem Fischlift?

00:28:24: Ja, man könnte ja meinen, man geht der Reihe nach.

00:28:26: Man fängt unten an und arbeitet sich nach oben vor.

00:28:29: Manchmal ist es aber schwierig.

00:28:31: Also wir haben ja auch schon die Wehranlagen oberhalb Baldener schon vor Jahren durchgehend gemacht.

00:28:35: Manchmal gibt es eben hier am Standort Baldener Lösungen, die brauchen eben ein bisschen länger und da will man nicht pausieren, sondern man sagt einfach, da machen wir woanders, wo was können.

00:28:42: Mit konventionellen Technologien bauen wir das schon mal.

00:28:46: Und die Bedingungen am Baldener sind halt durch den Unterschied auch vermutlich viel extremer.

00:28:50: Genau.

00:28:51: Und das ist aber bei den beiden unteren Standorten.

00:28:53: Also Kettwig ist genauso kompliziert und Ruhrwehr Duisburg ist auch wirklich... Ein Wahnsinnsprojekt.

00:28:59: Also das sind wirklich dicke Bretter, die gebohrt werden müssen.

00:29:01: Aber ich freue mich auch, wenn ein paar Jahre wirklich der Weg in den Rhein und damit in den Nordsee frei ist und bin gespannt, welche tollen Tiere wir dann alle noch bei uns hier in der Ruhr finden werden.

00:29:10: Da bin ich sehr gespannt drauf.

00:29:12: Mein lieber Markus, ich freue mich, dass du uns Rede und Antwort gestanden hast zum Thema Fischlift und bin mal gespannt, zu welchem Thema du uns das nächste Mal beerst.

00:29:20: Hast du schon eine Vorstellung, was wir machen können?

00:29:22: Also Thorsten, ich freue mich da auch drauf.

00:29:23: Das hat jetzt wieder sehr viel Spaß gemacht.

00:29:26: Wir haben so viele tolle Themen und spannende Themen und es ist vielfältig, zum Beispiel über diese besondere Fischartquappe oder über die Veränderung der Klimaerwärmung, was passiert in den Talsperren.

00:29:37: Es gibt ganz, ganz viel.

00:29:38: Da fällt auch schon was Gutes ein.

00:29:40: Da bin ich fest von der Überzeugt.

00:29:41: Ganz, ganz lieben Dank.

00:29:42: Ich danke dir.

00:29:43: Und ja, ihr Lieben, das war Wasserdicht für heute.

00:29:46: Auch in der nächsten Folge wandeln wir wieder ein Thema rund um die Ruhe.

00:29:50: bleibt uns daher gewogen und hört gerne wieder rein.

00:29:52: Und übrigens, wenn euch die aktuelle Folge unseres Podcasts gefallen hat, dann folgt uns auf allen gängigen Podcast-Plattformen, bewertet uns und empfehlt uns natürlich gerne weiter.

00:30:02: Ist doch klar, oder?

00:30:03: In diesem Sinne, ciao!

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