#14 Invasiv und gefährlich: Die Quaggamuschel bedroht das Ökosystem

Shownotes

In dieser Folge von Wasserdicht geht es um einen kleinen Organismus mit großen Auswirkungen: die Quaggamuschel. Ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammend, breitet sie sich rasant in deutschen Gewässern aus – inzwischen auch in den Ruhrverbandstalsperren. Gemeinsam mit seinen Gästen Dr. Louisa Rothe und Lucas Eckel spricht Thorsten darüber, warum die Quaggamuschel als invasive Art so problematisch ist, welche ökologischen und technischen Risiken sie mit sich bringt und vor welche Herausforderungen sie den Ruhrverband stellt. Außerdem geht es um mögliche Gegenmaßnahmen, Monitoring und die Frage, ob wir lernen müssen, mit der neuen Situation zu leben.

Weiterführende Links: Invasive Arten und Schädlinge: https://ruhrverband.de/flussgebiet/invasive-arten-und-schaedlinge

Redaktioneller Hinweis: In der Episode wird fälschlicherweise behauptet, die Biomasse des „Lake Mead“ bestehe zu 90 Prozent aus Quaggamuscheln. Richtig ist jedoch, dass Quaggamuscheln 90 Prozent der Biomasse im „Lake Michigan“ ausmachen.

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00:00:13: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Wasserdicht, dem Podcast rund um die Wasserwirtschaft beim Ruhrverband.

00:00:19: Heute sprechen wir über ein Thema das auf den ersten Blick relativ unscheinbar wirkt bei genauerem Hinsehen aber großes Gefahrenpotenzial birgt.

00:00:27: es geht um eine kleine Muschel, die sich rasant ausbreitet in unseren Gewässern Ökosystemen und auch die technischen Anlagen betrifft und uns damit für echte Probleme stellt.

00:00:38: Die Rede ist von der Quaggermuschel einer invasiven Art, die inzwischen auch in den Seen- und Talsperren des Ruhrverbandes angekommen ist.

00:00:46: Warum diese Muschel so gefährlich ist?

00:00:47: Woher sie kommt?

00:00:48: Welche Folgen sie für Umwelt- und Wasserwirtschaft hat?

00:00:51: Und wie der Ruhrverband mit dieser Herausforderung umgeht?

00:00:54: Darüber spreche ich heute mit zwei ausgewiesenen Experten ungeschätzten Kolleginnen und Kollegen!

00:00:58: Ich freue mich sehr, dass ihr heute meine Gäste seid.

00:01:01: Herzlich willkommen Dr.

00:01:02: Luisa Rote und Lukas Eckel.

00:01:05: Danke schön.

00:01:06: Hallo

00:01:07: Schön, dass ihr bei was da dich dabei seid.

00:01:08: Gleich mit so einem spannenden Thema!

00:01:10: Denn die Quagga-Muschel ist ja eigentlich kein alltägliches Gesprächsthema.

00:01:14: Ist mir zumindest noch nicht vorgekommen das einer im Supermarkt in der Fischabteilung über die Quagemuschelspricht?

00:01:20: Wann seid ihr denn das erste Mal mit ihren Berührungen

00:01:23: gekommen?!

00:01:24: fangen wir vielleicht mal an, ladies first.

00:01:26: Ja danke Torsten also bei mir.

00:01:29: ich habe tatsächlich das erste Mal beruflich mit der Quagga Muschel zu tun gehabt während meines Bewerbungsgesprächs.

00:01:34: Ich hab letztes Jahr beim Rohverband angefangen als Biologin und bin sofort beim Bewerbsgesprächen über die quagga muschel gestolpert weil ich direkt darauf angesprochen wurde ob ich mir vorstellen könnte dieses Thema zu bearbeiten.

00:01:47: Was ist ja schon bekannt, wenn ich mal direkt rückfragen darf?

00:01:50: Ja also es war offensichtlich im letzten Jahr sehr viel passiert Richtung Quagga Muschel und genau der Rohverband möchte da einfach mehr machen.

00:01:57: Und ich habe sofort gemerkt dass das im Moment ein total brennendes Thema ist beim Roh-Verband.

00:02:02: und was sich so spannend daran finde jetzt in der tatsächlichen Arbeit, dass da eben auch viele Abteilungen gemeinsam dran arbeiten Und nicht eben nur die Biologin zum Beispiel, sondern eben verschiedene Abteilungen.

00:02:15: Ja das Thema Quagga-Muschel klingt ja erstmal nach einem Nischenthema wie du schon gesagt hast und man begegnet dem jetzt nicht im Supermarkt aber letztendlich geht es uns alle was an spätestens wenn's um sicheres Trinkwasser geht und dazu vielleicht später noch mehr.

00:02:29: Das machen wir.

00:02:30: Aber natürlich möchte ich auch von Lukas wissen Wie bist Du denn mit der Quaggarmuschel in Berührung gekommen?

00:02:36: Ja, ich habe in Münster den Masterstudiengang Wasserwissenschaften studiert.

00:02:40: Ich hab mich hier biologisch ökologisch ausgerichtet und bin dann da tatsächlich das erste Mal zum Ende hin meines Studiums in Kontakt mit der Quagga Muschel bekommen.

00:02:50: Und zwar als es darum ging eine Themenwahl zu treffen die für die Masterforschung geeignet ist.

00:02:56: Die hatte mich in dem Kontext an den Rohverband gewendet und nach einem aktuellen möglichen Thema gefragt und durch die Prisanz ist dann sehr schnell klar geworden, dass es die Quagga-Muschel werden wird.

00:03:08: Und so kam's dann auch.

00:03:10: ich habe dann... ...twanzig, fünfundzwanzig meine Masterforschung und meine Masterarbeit über die quagga muscheln in den Ruhrverbands-Talsperren geschrieben.

00:03:17: Das heißt sie schon fertig?

00:03:18: Ja!

00:03:19: So da gehen wir natürlich noch drauf ein also auf die Ergebnisse beziehungsweise Wir werden heute im Gesprächsverlauf deutlich mehr über die Qwaga Muschela fahren als wirst du durch Presseartikel beispielsweise tun können.

00:03:31: Aber bevor wir über die Probleme und Gefahren sprechen, möchten wir natürlich erstmal mit den Basics anfangen.

00:03:36: Schließlich wollen unsere Hörerinnen und Hörern ja abholen und deswegen wird mich interessieren was ist die Quagga-Muschel?

00:03:42: Wo kommt sie her und wie unterscheidet sich beispielsweise von anderen Muschelarten, die sich hier durchaus auch in unseren Sehnen rumtreiben?

00:03:52: Ich würde sagen, da vielleicht antworte ich darauf.

00:03:54: Das machen wir, Louisa!

00:03:55: Okay, prima.

00:03:55: also genau die Quagga-Muschel kommt aus den Zuflüssen des Schwarzen Meeres und ist eine invasive Art bei uns.

00:04:04: sie ist unbemerkt über Boote und Transportschiffe eingeschleppt worden nach Westeuropa und auch nach Nordamerika und so eben auch nach Deutschland gekommen.

00:04:13: Ich hab hier auch mal ein paar Quagga-Muscheln mitgebracht in so einem kleinen Laborglas.

00:04:17: Die sind wirklich klein, ne?

00:04:19: Also wir haben ja jetzt kein Videopodcast und können's nicht zeigen aber ich kann auf jeden Fall sagen die sind verdammt klein.

00:04:25: Genau

00:04:25: du kannst ja mal beschreiben was du siehst.

00:04:27: Ja, was sehe ich?

00:04:28: Ich sehe wirklich sehr kleine Muscheln.

00:04:29: Aber ich könnte jetzt natürlich vom ersten Anblick nicht erraten oder genauer klassifizieren um welche Art von Muschel es sich handelt!

00:04:37: Ich bin in der Vergangenheit öfter mal mit der Zebra-Muschel konfrontiert

00:04:41: werden.

00:04:41: Genau das ist die Schwesterart der Quargamusche.

00:04:43: Die

00:04:43: seht ihr relativ ähnlich.

00:04:45: aber ich muss da wirklich die Segel streichen und sagen, ich bin da wirklich blank... ...aber ich kann euch wirklich sagen liebe Zürcherinnen und Zürer sie is verdammt klein.... Ich muss mal direkt fragen, du hast gerade gesagt die wird so mit eingeschleppt über den Bootsverkehr.

00:04:59: Man sieht sie doch oder?

00:05:00: Ja das ist natürlich eine ganz spannende Sache.

00:05:02: also die erwachsene Quaggermuschel wird so bis vier Zentimeter ungefähr groß und ist mandelförmig und hat eben ein Streifenmuster.

00:05:11: deswegen heißt sie auch Quaggamuscheln weil sie eben an das ausgestorbene Quaggerzebra erinnert.

00:05:16: Und das eigentlich Interessante oder der Hauptübertragungsweg ist aber nicht von den Erwachsenenmuscheln, sondern auch über die Larven und die befruchteten Eier.

00:05:26: Die sind eben mikroskopisch klein... Also die

00:05:29: sieht man

00:05:30: dann gar nicht.

00:05:31: ...die sind wirklich ungefähr so klein wie die Dicke eines Haares also wirklich sehr klein und praktisch durchsichtig!

00:05:40: Das macht sie eben auch so Ja, so gefährlich.

00:05:43: Deswegen sprechen wir beim Rufverband auch manchmal von der unsichtbaren Gefahr weil sie eben in Wassertropfen zum Beispiel unbemerkt dann transportiert werden kann über Boote.

00:05:53: Wollt einfach mal an dich zurück fragen was glaubst du denn wie lange eine Quagga Muschelar für ungefähr überleben kann?

00:05:58: In einem

00:06:00: Wassertroppen müsste ich schätzen keine Ahnung drei vier Tage.

00:06:05: Tatsächlich kann die bis zu siebenundzwanzig Tage in feuchten Bedingungen überleben.

00:06:10: Und genau das macht sie eben auch zu dieser unsichtbaren Gefahr, weil sie einfach extrem zäh ist.

00:06:15: und gerade die Larven ... Wenn ihr übrigens die Larfen- und Eier mal sehen wollt, dann könnt ihr auf unsere Website schauen.

00:06:22: Das ist ja wahrscheinlich verlinkt auch in den

00:06:24: Shownotes.

00:06:27: Und wenn ihr da draufklickt, dann könnte euch auch Videos anschauen!

00:06:31: haben wir alles da.

00:06:32: Jetzt haben wir gerade gesagt, Lukas die Quagga-Muschel ist eine invasive Art.

00:06:37: Was heißt das eigentlich genau?

00:06:38: Und warum sind invasive Arten?

00:06:40: und davon haben wir jetzt nicht nur die Quagemuschel sondern gibt es auch noch ein paar andere invasive Arte, invasive Krebsarten

00:06:45: etc.,

00:06:46: pp oder auch die Elodea, die ja auch keine heimische Wasserpflanze ist.

00:06:51: was macht denn dir eigentlich grundsätzlich so problematisch für heimischen Ökosysteme?

00:06:56: Bevor wir auf invasive Arten eingehen, möchte ich kurz den Unterschied zwischen einheimisch und gebietsfremd beschreiben.

00:07:02: Einheimische Arten sind Arten die seit jeher in unseren Ökosystemen vorgekommen sind und hier heimisch sind.

00:07:08: Gebietsfremde Arten werden entweder beabsichtigt oder unbeabsichtig durch den Menschen in einen neues Gebiet gebracht worden sind.

00:07:17: Und bei der Gruppe der gebiatsfremden Arten gibt es dann die Untergruppe der invasiven Arten.

00:07:22: das heißt nicht Jede gebietsfremde Art ist automatisch auch gleich invasiv.

00:07:28: Invasiv bedeutet in dem Fall, dass sie erhebliche negative Auswirkungen auf das neue Ökosystem hat und darüber natürlich auch über die oder auf die darin vorkommenden Arten.

00:07:40: In der Regel sind invasive Arten sehr anpassungsfähig deswegen kommen sie überall gut zurecht.

00:07:45: häufig haben Sie sehr hohe Reproduktionsraten können sich teilweise ganzjährig reproduzieren.

00:07:53: Darüber dann unsere einheimischen Arten.

00:07:55: Nehmen die denn irgendwie Nährstoffe weg oder so was?

00:07:58: Oder Futter, wo genau ist jetzt das Problem?

00:08:02: also ich stelle mir jetzt gerade zuvor wenn heimischer Edelkrebs in unseren Gewässern vorkommt Dann kann es doch auch einen amerikanische Louisiana-Sumpfkrebs beispielsweise.

00:08:11: oder gibt es da?

00:08:13: Ist das ein Fressfeind oder Fresskonkurrenz oder sowas?

00:08:16: Also zum Einen sind die invasiven Arten in der Regel fress Konkurrenten oder häufig Fress Konkurenten.

00:08:23: Jetzt hast du das Thema der Flusskrebser angesprochen, die große Problematik bei den Fluss Krebsen gerade im Kontext Edelkrebs ist allerdings die Krebspest.

00:08:33: Die amerikanischen Fluss-Krebsarten können die Krebspest übertragen Sterben daran aber nicht und das ist das große Problem.

00:08:41: Die europäischen Fluss Krebse beziehungsweise edel Krebse können das nicht überleben.

00:08:46: Okay verstehe ich Luisa hat ja gerade schon erklärt, wie und auf welchen Wegen die Quagga-Muschel zu uns gekommen ist.

00:08:53: Seit wann wissen wir denn eigentlich Lukas dass sie auch in unseren Gewässern überhaupt vorkommt?

00:08:58: Also nach Deutschland hat es die quagga muscheln Anfang der zweitausender geschafft.

00:09:02: da wurden dann wenig später ich meine es wäre zwei tausend fünf gewesen erste exemplare im mein gefunden.

00:09:08: Die ausbreitung funktioniert in formen der larvenübertragung als blinde passagiere insbesondere über das ballastwasser von transportschiffen.

00:09:18: Und dann einmal in das neue Gewässer abgegeben, haben wir eine rasante Entwicklung.

00:09:24: Wann die Quagga-Muschel tatsächlich ihren Weg in unsere Talsperren gefunden hat?

00:09:28: Darüber können wir als Ruhrverband erst mal nur spekulieren.

00:09:31: Das liegt zum einen daran, dass... ...die Entwicklung am Anfang nach dem Eintrag erstmal im Verborgenen stattfindet.

00:09:39: Ach so!

00:09:39: Das heißt man hat sie gar nicht sofort gesehen,

00:09:41: ne?!

00:09:41: Ganz

00:09:42: genau und er hat durch Gespräche mit den Kollegen von Bodensee hier seit etwa zwei tausendsechzehn von der Quagga-Muschel wissen und hier immense Probleme in der Infrastruktur, gerade was die Trinkwassergewinnung angeht haben.

00:09:56: Haben wir uns dann intensiv Gedanken gemacht wie wir hier vorgehen?

00:10:00: Und haben alle Talsperren im Rahmen meiner Masterforschung zwanzig fünfzwanzig ganz gezielt mittels EDNA und Planktonproben, indem wir nach Larven gesucht haben kontrolliert und untersucht.

00:10:14: E-DNA bedeutet in dem Fall Environmental DNA, also Umweltdna.

00:10:18: Das heißt nichts anderes... Klingt sehr

00:10:19: speziell oder?

00:10:21: Ja!

00:10:23: Das heißt im Grunde aber nichts anderes als dass jeder Organismus fortlaufend genetisches Material in sein umgebendes Umweltmedium abgibt und im Fall der Quagga Muschel ist das dann das genetische Material in das Umweltmediums Wasser.

00:10:36: Und über ganz gezielte Wasserproben und die gezielte Suche nach dieser Ziel DNA können wir den Nachweis erbringen ob das genetische Material der Zielart in der Probe enthalten ist.

00:10:46: Und wenn das der Fall ist, ist es der gesicherte

00:10:48: Nachweis.".

00:10:49: Das heißt man kann dann schon Rückschlüsse darauf ziehen, dass ein Gewässer sozusagen Quagger versäucht ist?

00:10:55: Tatort-Talschberg.

00:10:56: Genau!

00:10:56: Ja das klingt auch so ein bisschen wie X,

00:10:58: Y und U.

00:11:00: Und genau das ist uns ja dann in der Folge in Möhne- und Saubetalsperre gelungen.

00:11:04: Also wir wissen jetzt gesichert, dass in der Möhnung eine Quagerpopulation vorkommt.

00:11:11: Das hatte dann eine enorme Kette an Untersuchungen zur Folge gefolgt von verschiedenen Maßnahmen die das Ziel hatten sich hier schnellstmöglich auf diese neue Bedrohungslage einstellen zu können.

00:11:23: Ja, okay.

00:11:23: Verstehe ich.

00:11:24: Luisa die Quagga-Musche Lukas hat es gerade schon so ein bisschen angedeutet ist für das Ökosystem unserer Sehen und Teilsperren halt ein großes Problem.

00:11:36: was passiert da mit Nährstoffen, Nährstoffkreislaufen anderen Wasserorganismen?

00:11:41: wie genau zeigt sich das Problem Quaggarmuschel bei uns in den Ruhrverbandsteilsperre?

00:11:48: Also im neuen Gewässer angekommen, hat die Quagga Muschel das Potenzial sich einfach rasant schnell zu verbreiten und dann auch heimische Arten zu verdrängen.

00:11:57: Denn die Quagemuschel ernährt sich vom Plankton – das sind kleinste Lebewesen, die im Wasser schweben.

00:12:02: Normalerweise wird dieses Plankton aber von heimischen Arten gefressen.

00:12:05: Also z.B.

00:12:06: vom Teichmuschel oder auch von Jungfischen, vom Zander und der Maräne.

00:12:11: Heimische Arten, die sich von Planktern ernähren.

00:12:14: Diese Fische sind dann die Nahrungsgrundlage für Raubfische wie den Hecht oder Wasservögel.

00:12:21: Wenn die Quagga-Muschel jetzt in das System kommt ... Wir

00:12:23: sprechen quasi von einer richtigen Nahrungskette sozusagen?

00:12:25: Genau!

00:12:26: Das ist ein Nahrungennetz.

00:12:27: Ich habe es mal vereinfacht dargestellt.

00:12:31: kommt, dann krempelt sie das System eigentlich völlig um.

00:12:34: Weil Sie sozusagen an der Basis schon das Futter wegfrisst.

00:12:38: Die hat halt einen sehr effizienten Filterapparat mit dem sie große Mengen an Wasser durchstrudeln kann und darüber kann sie große mengen an Plankton filtern und ist dabei viel effizierter als heimische Arten oder auch als ihre Schwester-Articebramuschel so dass sogar diese Art wieder verschwindet.

00:12:55: Zusätzlich dazu bindet die Quagga-Muschel über dieses Filtersystem auch Nährstoffe.

00:13:01: Du hattest gerade ja nach Nährstoffen gefragt, wie zum Beispiel Phosphor und Phosphors fehlt dann aber wiederum im Freivasser also kann von dem pflanzlichen Plankton nicht aufgenommen werden.

00:13:12: das heißt zum einen kann das pflanzliche Plankton nicht so gut wachsen und es gibt nicht so viel davon.

00:13:18: Und zum anderen filtert die Quagga-Muschel, dass Plankteon auch noch aus dem Wasser aktiv raus.

00:13:24: Das bedeutet ist es weniger Plankten im Wasser – das Wasser wird klarer!

00:13:31: Fischarten wie der Zander, die jetzt an lichtarme Verhältnisse angepasst sind.

00:13:36: Die haben wieder Nachteile weil sie eben normalerweise im Trüben ihre Beute jagen und die Beutetiere Sie aber jetzt wieder viel schneller erkennen können.

00:13:44: Das heißt man merkt schon die Quagga Muscheln hat ganz viele Effekte auf das Ökosystem.

00:13:49: Dazu kommt dass sie sich ganzjährig fortpflanzen kann nicht nur im Sommer Sondern sie kann innerhalb von kurzer Zeit ganz viele Larven wieder für die neue Generation ausbilden.

00:14:01: Eine erwachsene Muschel, eine weibliche Muschelproduziert dabei ungefähr ne Million Eier pro Jahr – das ist ne ganze Menge.

00:14:09: und

00:14:09: d.h.,

00:14:09: da entsteht ne große Menge neuer Larven draus, die wieder zu Jungmuscheln werden und sich dann ansiedeln.

00:14:15: D.h.

00:14:16: in ganz kurzer Zeit können eben diese Massenbesiedlungen stattfinden.

00:14:19: Dazu kommt auch, dass die Quagga Muschel wenige Fressfeinde hat bei uns.

00:14:23: Also in dem heimischen Ökosystem von uns wo sie halt als invasive Art reingekommen ist.

00:14:29: Und in den USA ist sie auch invasiv und da gibt es ein Beispiel aus dem Lake Mead.

00:14:35: Da hat sie mittlerweile über neunzig Prozent der Biomasse, macht die Quagga-Muschel aus.

00:14:40: Also da sieht man eindrücklich...

00:14:41: Das heißt ganz kurz nur zum Verständnis das bedeutet?

00:14:44: Es gibt außer der Quaggasmuschel quasi nichts anderes mehr in den Gewässern

00:14:47: ja?

00:14:48: Genau!

00:14:48: Und dann sieht man halt wie effizient die Quage Muschel sich gegen heimische Arten durchsetzen kann und diese sogar völlig verdrängt.

00:14:56: Okay, jetzt hast du ja diese ökologischen Folgen angesprochen.

00:14:59: Aber das Problem ist es gibt hier auch ganz handfeste technische Probleme wie Schauts mit weiß nicht Rohableitung Grundablässen Bauwerken Entnahme Leitungen und quasi dem Talsperren Betrieb aus.

00:15:12: welche Gefahren wirken da noch auf uns ein?

00:15:16: Also die Quagga-Muscheln besiedeln eigentlich alles.

00:15:18: Die können Steine besiedelen, Sand, Schlamm und sogar andere Organismen.

00:15:23: also sie setzen sich tatsächlich auch auf zum Beispiel Schnecken oder auf andere heimische

00:15:28: Arten ist

00:15:29: völlig egal.

00:15:30: Genau, die setzen sich überall drauf.

00:15:32: dazu kommt dass sie auch in Tiefen bis zu zweihundertfünfzig Meter Tiefe oder über zweieinhalbzig Meter tiefe noch siedeln können.

00:15:42: Dabei machen sie natürlich auch vor der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur nicht Halt.

00:15:46: Das heißt, die setzen sich in Rohrleitungen wo zum Beispiel Rohwasser für die Trinkwasser-Gewinnung daraus gefördert wird und auch in Kraftwerksleitenden

00:15:56: z.B.,

00:15:57: für die Wasserkraft genutzt werden.

00:16:02: Da entsteht dann so eine erste Schicht an Quagga-Muscheln und die pflanzen sich eben in diesen Rohren auch wieder fort, dann die zweite Schicht setzt sich obendrauf auf die älteren Quaggas oben drauf und so entstehen Schichten von bis zu siebzig Zentimetern.

00:16:18: Das muss man sich mal vorstellen das ist so viel wie vom Boden bis zur Tischkante ungefähr.

00:16:23: Soll ich die dicken Schichten können da entstehen?

00:16:25: Und das ist natürlich ein Riesenproblem für die Infrastruktur.

00:16:28: Ja klar,

00:16:30: da setzen sich die Rollleitung quasi zu also der Durchmesser nimmt kontinuierlich ab und irgendwann muss man dann sagen jetzt setzen wir mal zu großen Reinigungsverfahren an.

00:16:38: ja?

00:16:39: Richtig!

00:16:39: Da sprichst du was Wichtiges an, die müssen dann natürlich regelmäßig aufwendig gereinigt werden damit sie nicht verstopfen.

00:16:45: Die Quagga-Muschel besiedelt dabei sogar super glatte Flächen wie Edelstahl Bauteile zum Beispiel.

00:16:50: Das heißt auch da wird viel besiedlt und da gibt es noch diesen Zusatz dass dann auch wieder Mikroorganismen in diesen Muschelkolonien wunderbar leben können und dadurch auch die Korrosion wiederum beschleunigt wird.

00:17:03: Das heißt, diese Anlagenteile verschleißen schneller!

00:17:07: Ein konkretes Beispiel für solche Auswirkungen kann man am Bodensee sehen.

00:17:11: Denn da rechnet die Bodenseewasserversorgung dadurch, dass sie ihre Infrastruktur ausbauen müssen und gegen Störfaktoren wie die Quagga-Muschel schützen mit Umrüstungskosten von ungefähr vier Komma sechs Milliarden Euro auf die Bevölkerung zukommen, denn das Ganze wird auf die Trinkwasserpreise umgelegt.

00:17:31: Deswegen habe ich auch am Anfang gesagt dass uns das im Prinzip alle was angeht.

00:17:35: Ja verstehe ich okay.

00:17:38: jetzt stellt sich natürlich die Frage warum sind denn gerade unsere Tal sperren und sehen so anfällig für die Quagga Moschela?

00:17:44: Also du hast grad gesagt Luisa die sind schon da.

00:17:48: sie bewirken auf der einen Seite sehr viele negative ökologische Aspekte, technische Aspekte.

00:17:54: Und trotzdem stelle ich mir halt die Frage gibt es denn da überhaupt Unterschiede in der Anfälligkeit zwischen Fließgewässern beispielsweise und stehenden Gewässern?

00:18:02: Lukas kannst du mir dazu was sagen?

00:18:04: also vorwegnehmen möchte ich vielleicht dass nicht alle Gewässer gleich gut für eine massenhafte Besiedlung durch die Quagga Muschel geeignet sind.

00:18:11: das sind Randbedingungen wie beispielsweise der Parameter Calcium die da irgendwo Randbedingungen darstellen.

00:18:18: Calcium ist wichtig für die Schalenbildung, also damit für den Schutzmechanismus dieses Organismus.

00:18:23: Auch Nährstoffverfügbarkeit gibt natürlich irgendwo dann eine elementierende Grenze.

00:18:30: Grundsätzlich verfügen stehende Gewässer und das sind unsere Talsperren im Grunde ja aber über geringere Fließgeschwindigkeiten verglichen mit Fließgewässern.

00:18:41: Jetzt heißen die Gewässer zwar stehen, sind aber nicht gänzlich still.

00:18:45: Wir haben natürlich eine Zirkulation, die geht mit geringen Geschwindigkeiten einher und bedingt durch die Art der Nahrungsaufnahme Quagga-Muscheln filtrieren große Mengen an Wasser und filtern hier dann den Nahrungspartikel heraus.

00:18:58: Sind gerade diese geringe Strömmungs- und Fließbedingungen ideal für eine gute Nahruns Aufnahme und davon profitiert die Muschel.

00:19:07: Außerdem erwärmen sich stehende Gewässern schneller als fließende Gewässer nach der Winterruhe im Winter.

00:19:15: Gerade die oberflächennahen Schichten oder Uferbereiche und die Ufer Bereiche sind ja gerade die Bereiche, in denen die Quagga-Muschel dann siedelt.

00:19:22: Da würde

00:19:22: ich grad hören, die können bis zu hundertfünfzig Meter tief, können sie sich besiedeln?

00:19:26: Und ganz die Tiefe erreichen unsere Tatsperren ja nicht!

00:19:29: Ne, das ist richtig... Die stärksten oder die stärkste Besiedlung findet so in den oberen, zwanzig bis dreißig Meter statt.

00:19:40: Einer der entscheidenden Faktoren allerdings ist die Freizeitnutzung und unsere Talsperren sind sehr beliebte Ausflugsziele, was die Freizitnitzungen angeht.

00:19:50: Segelboote beispielsweise oder Angelboote, die hier auf den Talsparren unterwegs sind aber auch das Tauchen oder das Nutzen durch Badegäste.

00:20:00: hervorragende eintragsvektoren für die veliger larven.

00:20:06: also

00:20:06: wieder wie er ist in der veligen larven weliger

00:20:09: largen

00:20:09: wieder.

00:20:09: was gelernt lukas?

00:20:12: ja die werden über diese eintrachts vektoren oder eintrax wege in die gewässer verbracht und weil wir gerade angesprochen haben dass sie eben mikroskopisch klein sind passiert das natürlich unbemerkt.

00:20:25: Das soll aber nicht heißen, dass Fließgewässer nicht besiedelt werden können.

00:20:29: Die Besiedelung würde dann hier eher lokal begrenzt ausfallen und in den Bereichen, in denen die Bedingungen passen.

00:20:34: Alles klar!

00:20:36: Wie gehen wir denn jetzt als Rohrverband mit der Situation um?

00:20:39: Also inwiefern betreiben wir beispielsweise ein Monitoring.

00:20:43: Wie überwachen wird das vorkommen, wie wird das dokumentiert?

00:20:46: Luisa nehmen uns da mal mit.

00:20:47: Wie können wir sicherstellen dass wir die aktuellen Zahlen behalten und vor allen Dingen wie wir auch neue Gewässer auf die Quagga-Muscheln detektieren können.

00:20:57: Der Rohrverband untersucht Aufbauend auf Lukas Vorarbeiten.

00:21:01: Guter Mann!

00:21:02: Genau,

00:21:02: guter Mann.

00:21:04: Wie die Besiedlungen... Situation im Ruhe-Einzugsgebiet aussieht.

00:21:08: Also aktuell wissen wir, dass die Möhne-Sorpetalsperre und auch unterhalb des Baldeneises auf jeden Fall es Funde gab der Quagga-Muschel also das sie besiedelt sind.

00:21:18: und das Kooperationslabor wo ich arbeite macht standardmäßig Untersuchungen der Wasserqualität im Ruheinzugsgefied.

00:21:28: Es werden Wasserproben entnommen und das machen wir uns im Projekt Quagga sozusagen zu Nutze, indem die KollegInnen einfach Proben mitbringen für uns, die wir dann auf die DNA der Quaggamusche untersuchen können.

00:21:40: Und dazu haben wir auch Sonderprobenamen nochmal dieses Jahr an den Talsperren wo auch die Freizeitnutzung eben eine Rolle spielt um ein genaues Bild zu bekommen von der Situation in den Tarsperren Ein Schnappschuss, der Situation an den Probenahmestellen, die übers ganze Verbandsgebiet verteilt sind.

00:22:00: Und oft findet man eben zuerst DNA-Nachweise bevor dann die Erwachsenenmuscheln gesichtet werden.

00:22:07: und zum Thema Talsperren vielleicht noch kurz da werden auch Betauchungen durchgeführt also das heißt Berufstaucherinnen, die einen biologischen Background haben, die untersuchen die Situation unter Wasser und dokumentieren das auch.

00:22:21: Im Prinzip ist es für uns halt extrem wichtig, dass wir wissen wie die Befallssituation ist.

00:22:25: Damit wir eben auch Entscheidungen treffen können und auch überhaupt wissen welche Gewässer wir überhaupt noch vor der Quagga Muschel schützen könnten.

00:22:34: Hand aufs Herz Lukas!

00:22:36: Kann man die Quage Muscheln überhaupt bekämpfen oder?

00:22:38: Anders gefragt, kann man sie wieder loswerden.

00:22:42: Welche Maßnahmen wären da denkbar und wo stoßen wir?

00:22:45: Da klaren unsere Grenzen mein Lieber!

00:22:47: Ja derzeit arbeiten wir an einem Kochbuch mit den hundertbesten Muschelrezepten.

00:22:51: hervorragend.

00:22:52: ich freue mir gerade mir als ja wie soll ich sagen feinschmecker?

00:22:57: kommt mir das sehr entgegen?

00:22:58: diese frage taucht tatsächlich immer wieder auf und deswegen möchten wir hier ganz kurz darauf eingehen.

00:23:02: bedingt durch die kleine größe damit eben auch der geringe Menge an Muschelfleisch und der Fähigkeit, dass sich die Quagga-Muschel wirklich gut an der Gewässersole und dem Substrat festhalten kann scheidet im Grunde oder schließt das eine kulinarische Verwertung völlig aus.

00:23:23: Wir haben der

00:23:32: Extramuscheln mitgebracht.

00:23:33: Ja,

00:23:34: alles gut!

00:23:34: Die

00:23:34: sind allerdings in Alkohol.

00:23:36: Das ist auch gut.

00:23:39: Derzeit ist uns tatsächlich keine Methode bekannt die Quaggermuschel flächendeckend ja und vor allem gleichzeitig ökologisch vertretbar wieder loszuwerden.

00:23:47: das ist Gegenstand aktueller Forschung.

00:23:51: bisher bleibt uns im Besiedlungsfall eigentlich nur die mechanische Reinigung und die mechanischen Reinigung.

00:23:57: die ist aufwendig und sehr teuer und deswegen anzustrebende oder von uns angestrebte Weg der Schutz, den noch nicht besiedelten Gewässer um jeden Preis zu verhindern und zu vermeiden dass die Quagga Muschel auch hier reinkommt.

00:24:11: Und genau das geht eben nur in enger zusammenarbeit mit den menschen die unsere gewässer nutzen.

00:24:17: ja

00:24:17: verstehe und Du hast es gerade gesagt also es geht darum bestehende Gewässer, die noch nicht befallen sind zu schützen.

00:24:27: Und an der stelle machen wir uns glaube ich so ein kleines bisschen unbeliebt in unserer freizeitgemeinde Die luisa die lächelt schon ein bisschen Denn der Ruhrverband hat ja durchaus drastische Maßnahmen ergriffen, um die Quagga-Muschel einzudämmen bzw.

00:24:41: überhaupt den Übertrag in andere Gewässer zu verhindern.

00:24:45: Mit welchen Maßnahmen, Luisa?

00:24:46: Habt ihr die Quagemuschel versucht zu bekämpfen oder mit welchem Maßnahmen versuchen wir sie vor der Ausbreitung zu hindern?

00:24:54: Ja das stimmt!

00:24:55: Wir haben Maßnahmen ergriffen und ich denke dass ist auch notwendig.

00:25:00: im Grunde genommen drei Eintrachtspfade der Quagga-Muschel, die wir überhaupt beeinflussen können.

00:25:06: Also das ist zum einen der Aspekt der Freizeitnutzung da gehe ich gleich nochmal drauf ein.

00:25:10: aber auch der Rohverband selber muss Dinge machen.

00:25:13: Wir haben zum einen z.B.

00:25:15: Die Probenahme Ich habe das gerade schon erwähnt Das Labor nimmt Proben und wir haben natürlich auch Arbeiten die auf den Gewässern stattfinden Und das heißt wir haben auch eigenes Equipment was wir einsetzen und dann müssen wir natürlich darauf achten dass wir durch unser Equipement unsere Boote Netze Messinstrumente etc.

00:25:30: aber die Muschellarven nicht verschleppen.

00:25:33: Und dafür haben wir jetzt getrennte Gerätesets und auch Desinfektionsmaßnahmen bei uns.

00:25:39: Zum anderen, haben wir ja einen Fischbesatz an der Möhnentalsperre.

00:25:45: Die Fischzucht ist an der Möhne-Teilsperre, und die ist voll mit Quangermuscheln.

00:25:50: Wenn Fische auf andere Teilsperren verbracht werden zum Besatz, müssen wir dafür sorgen, dass das Wasser gefiltert wird bevor die Fische in das neue Gewässer reinkommen?

00:26:01: Wenn

00:26:01: sie von Talsperre zu Talspäre transportiert wird, dann werden die nicht im Trockenen transportiert

00:26:05: ... Genau!

00:26:07: Die bleiben in dem Wasser, wo sie gezüchtet wurden.

00:26:12: Wir sind auch gerade dran diesen Filterprozess.

00:26:14: noch zu automatisieren, sodass wir uns da keine Larven verschleppen.

00:26:17: Und drittens müssen wir dafür sorgen, dass die Quagga-Muschel nicht durch die Freizeitnutzung verschleppt wird.

00:26:22: Das heißt wenn das Segelboot von jemandem zum Beispiel auf der Möhnetalsperre war und man möchte damit jetzt auf die Biggetalsperren dann hat man natürlich das Potenzial diese Larven von der Quaggasmuschel mit zu verschleppen.

00:26:34: Man könnte jetzt natürlich sagen Wir machen um alle Talspären Zäune und sagen hier kommt keiner mehr drauf.

00:26:39: aber wir wollen den Menschen natürlich die Naherholungsort auch erhalten und das heißt wir haben ja eigentlich einen klassischen Nutzungskonflikt haben wir den Schutz der Ökosysteme und dem Schutz der Trinkwasserressourcen.

00:26:52: Und auf der anderen Seite haben wir eben die Naherholung, die auch wichtig ist.

00:26:56: Das ist natürlich kein einfaches Thema!

00:26:58: Und das bedeutet dass wir die Menschen, die unsere Talsperren nutzen mit ins Boot holen müssen und über Gefahren aufklären müssen... Wie fassen

00:27:05: Sie denn

00:27:05: dieses Wort?

00:27:05: Genau!

00:27:06: ...und sie auch motivieren müssen mit zu helfen, die Gewässer zu schützen.

00:27:09: Wie machen wir das dann Luisa?

00:27:10: Also Wir haben ein Schutzkonzept entwickelt basierend auf Literatur und auch auf Laborversuchen, die bei uns durchgeführt wurden.

00:27:18: Das hilft übrigens nicht nur gegen Quaggermuscheln sondern auch andere invasive Arten, die über diesen Wasserweg verschleppt werden.

00:27:25: Wichtig an dieser Stelle ist zu sagen es geht hier darum dass dieses Schutzkoncept greift wenn ein Gewässerwechsel vorgenommen wird also wenn man von einer Talsperre zum Beispiel auf eine andere möchte.

00:27:35: Und dazu hab ich ganz lange überlegt, wie kann man dieses Schutzkonzept gut greifen?

00:27:41: Diese Schritte, die das Schutzkonzip umfasst.

00:27:44: Ihr könnt euch vielleicht noch dran erinnern während Corona da gab's ja die AHA-Regel.

00:27:48: Aha plus Lüften und es ist ... Jetzt

00:27:52: bin ich mal gespannt was kommt!

00:27:53: Wie kriegt sie jetzt den Bogen von Corona zur

00:27:54: Krägermuschel?

00:27:55: Ich erzähl's dir, ich erzähls dir... Ich fand das total genial weil mit diesen einfachen Buchstaben aneinander rein hat man Es geschafft eben die Schutzmaßnahmen, die damals notwendig waren zu fassen.

00:28:09: Und so ähnlich wollte ich das auch machen.

00:28:11: aber ich habe überlegt irgendwie wäre es cool ein Wasserbezug zu haben und dann ist mir Ahoy eingefallen.

00:28:18: und Ahoy ist halt ein Akronym und das hilft sich die Reinigungsschritte für Boote einfach zu merken die bei jedem Gewässerwechsel dann gemacht werden sollen.

00:28:27: Und das A steht in dem Fall für Ausleeren, das bedeutet wenn ich ein Boot habe da muss ich erst mal gucken dass sich das ganze Wasser was sich darin gesammelt hat.

00:28:36: Genau das Restwasser, dass ich das eben auslehre, dass vielleicht Bilgen-Wasser aufsauge

00:28:40: etc.,

00:28:42: Dann kommt das Hochdruck reinigen vom Boot und von Trailer genau das H wie hochdruckreinigen.

00:28:48: Das heißt die Flächen und auch der Trailer werden mit dem Hochdrukreiniger behandelt?

00:28:53: Dann kommt O wie optional desinfizieren.

00:28:57: Das ist ein Reinigungsschritt, der sinnvoll ist zum Beispiel wenn ich Zwischenräume habe aus denen das Wasser schlecht verdunsten kann.

00:29:04: Also wir haben ja schon gelernt ne die Quaggaemuschel Larven können ganz schön lange überleben und Wir können hier dreiprozentiges Wasserschaufferoxid benutzen.

00:29:12: dass es einen Bleichmittel kennt man vielleicht auch im Friseursalon.

00:29:15: Du hast das natürlich nicht

00:29:16: nötig.

00:29:17: Aber also das ist ein Bleichmitteln H-IIO II Und das tötet die Larven zuverlässig ab Wenn es reagiert zu Wasser und Sauerstoff zerfällt, das heißt da entstehen keine toxischen Nebenprodukte.

00:29:33: Kann das denn jeder verwenden?

00:29:36: Da muss man natürlich schon, also man kann das bestellen im Internet und man muss aber auf jeden Fall vorher prüfen wenn man sein Boot zum Beispiel damit behandeln möchte dass das Material auch verträglich

00:29:47: ist.

00:29:47: Genau das O optional!

00:29:49: Aber wir haben eben in Laborversuchen rausgefunden dass das extrem effizient ist um die Larven innerhalb kurzer Zeit abzutöten.

00:29:56: Und dann zuletzt kommt noch I wie intensiv trocknen.

00:30:00: Wir haben ja gelernt die Larvan können lang überleben aber sie können ein ausdrocknen nicht überleben.

00:30:06: Und deswegen ist dieser Schritt eben auch so wichtig, also Boot und Trailer müssen richtig gut durchtrocknen...

00:30:12: Wie lange trockne ich denn?

00:30:13: Also ich stelle mir jetzt gerade zuvor weißte, ich bin irgendwie ein Säkler oder einen Kanut und möchte mein Wassersportgerät trocknen.

00:30:22: Reicht da ein zwei Tage aus oder...?

00:30:25: Wir sagen mindestens fünf Tage.

00:30:28: Das hängt davon ab, wie die Wetterbedingungen sind und wie gut so ein Boot trocknen kann.

00:30:37: Ja, dieser Schritt ist eben extrem wichtig damit die Larven nicht überleben können.

00:30:41: Und auch für Freizeit-Equipment.

00:30:43: wir haben ja nicht nur Boote auf unseren Talsperren sondern auch Leute, die zum Beispiel mit Stand Up Paddle Boots über die Talspärren schipparen oder über mit Schlauchbooten.

00:30:52: oder es gibt natürlich auch Leute die dort angeln oder tauchen z.B.

00:30:57: Auch bei diesem Equipment gilt Reinigen und Trockenen sind super wichtige Schritte um hier die Ausbreitung der Quagga Muschel zu verhindern.

00:31:05: Und dieses Schutzkonzept haben wir auch in die Freizeitordnung aufgenommen.

00:31:09: Da kann man das noch mal nachlesen... Das ist jetzt

00:31:11: quasi gesetzlich verankert

00:31:12: und es

00:31:12: hat keiner mehr eine Ausrede, der in unseren Talsperren Sport treibt.

00:31:16: Ja?

00:31:16: Und vorhin nicht in die freizeitordnungen geguckt hat dann zu sagen, ja wusste ich ja nichts von!

00:31:20: Genau.

00:31:21: Okay.

00:31:22: Und das kann man natürlich auf unserer Website auch nochmal alles nachlesEN.

00:31:25: Ich möchte aber noch ganz kurz auf ein Sonderfall eingehen, den wir haben an der Hennetalsperre.

00:31:30: Was ist denn da

00:31:30: los?!

00:31:30: Da ist was ganz Besonderes los.

00:31:32: Thorsten nämlich bietet besonders günstige Bedingungen für die Quagga-Muschel, unter anderem durch hohe Calciumgehalte.

00:31:40: Das haben wir gerade von Lukas Göander hier

00:31:42: von wegen Schalenbildung und

00:31:43: so was.

00:31:43: Genau richtig!

00:31:44: Und dies aber auch wichtig für die Trinkwassergewinnung.

00:31:47: und deswegen haben wir gesagt okay da geht der Schutz des Gewässers einfach vor, da haben wir strengere Schutzmaßnahmen und da wird jetzt ab kommender Saison auch zum Beispiel kein wechselnder Bootsverkehr mehr erlaubt.

00:31:58: das heißt die Boote dürfen unter der Saison nicht sozusagen das Gewässer wechseln, wenn sie die Hennetalsperre nutzen möchten.

00:32:04: Ach so!

00:32:04: Das heißt also ich darf weder von der Hennethalsperra beispielsweise in den Möhnentalsperren noch darf ich mit Booten von der Möhnetalsparre in die Hinnethalsparra?

00:32:12: Genau.

00:32:12: Also wenn ich mein Boot aus der Hinnentalsparret rausnehme dann darf ich sozusagen innerhalb derselben Saison nicht wieder zurück einfach um die Ausbreitung noch weiter... Genau.

00:32:24: Damit man das so gut wie möglich verhindert und auch die Nutzung von Wassersportgeräten haben wir hier eingeschränkt, weil einfach der Schutz des Gewässers vorgeht?

00:32:32: Was heißt eingeschrankt?

00:32:33: Heißt es dann, dass ich mir beispielsweise keine eigene Tauchausrüstung mitnehmen darf, weil ich ja vielleicht vorher in Ägypten tauchen war und dann möchte ich in der Hennetal-Sperre noch mal tauchen, da heißt sich muss man erst alles irgendwie beim freundlichen Tauchanzugverlei ihres Vertrauens ausleihen oder?

00:32:50: Ja also ich glaube ... Wir können natürlich, ob jemand aus Ägypten kommt oder ob jemand am Bodensee tauchen war.

00:32:55: Können wir nicht nachvollziehen?

00:32:58: Genau und deswegen gibt es an der Händeteilsperre zum Beispiel auch einen Verleih von Stand Up Paddle Boards.

00:33:05: also da ist eben die örtlichen Verpachtungen kann man da nutzen und es gibt eben auch Lagerstätten.

00:33:14: Ihr Stand-Up Paddle Board nur dort nutzen und auf dem Fall eins Gelände zum Beispiel lagern, dann bekommen die eine Plakette von uns.

00:33:20: Und ja der Kontrolldienst, der eben an der Hennetalsperre... ja auch Kontrollen durchführt.

00:33:27: Der kann dann eben anhand der Planketten ganz schnell sehen, ob das Stand-Up-Pedalboard dahin gehört oder eben

00:33:32: nicht.".

00:33:32: Also das hört sich wirklich nach drastischem aber auch notwendigen Maßnahmen an, kann man schon so sagen.

00:33:37: Lukas müssen wir denn jetzt lernen mit dem Beast zu leben?

00:33:39: Mit dieser Quagga-Muschel?

00:33:40: und was bedeutet die Ausbreitung der Quaggasmuschel denn langfristig für die Wasserwirtschaft im Ruhrverband?

00:33:47: Ja wie man aus den Beschreibungen heraushört ist die Quaggamaschel ein Tier, was man wirklich nicht gerne in seinen Gewässern Ja, und jetzt wo ich es

00:33:55: nicht mehr essen kann weiß du, du Spielverderber macht's ja auch wirklich keinen Spaß mehr.

00:33:58: Du kannst

00:33:59: das ja mal probieren?

00:33:59: Nee

00:34:00: will ich nicht

00:34:00: mehr.

00:34:01: Tatsächlich einmal besiedelt ist die Muschel aus dem Gewässer auch nicht mehr heraus zu bekommen.

00:34:07: eine weitere Ausbreitung über andere Gewässern hätte natürlich in der Folge Reparaturen und erhöhte Instandhaltungskosten Mal ganz davon abgesehen dass die Kosten auf der ökologischen Seite im Grunde schwer bis gar nichts zu bilanzieren sind.

00:34:22: Das Ganze ist aber nicht nur ein Ruhegebietsproblem.

00:34:25: Deswegen stehen wir als Ruhrverband in intensivem Austausch mit anderen Wasserwirtschaftsverbänden, mit Forschungsinstitutionen auch über die Landesgrenzen hinaus und auch mit Partnern aus der Industrie um hier schnellst und bestmöglich moderate Lösungsansätze zu finden.

00:34:42: Okay jetzt haben wir gerade gehört wie die Quagga Muschel reingekommen ist, dass sie nicht mal rauszukriegen ist.

00:34:48: und da würde mich natürlich zum Abschluss jetzt nochmal interessieren.

00:34:50: Was bereitet euch in Bezug auf die Quagemusche?

00:34:53: Aktuell die größten Sorgen!

00:34:55: Und wo seht ihr trotz allem auch eine Chance durch neues Wissen und neue Strategien?

00:35:01: Ja ich fange vielleicht einfach mal mit einem Lichtblick an.

00:35:04: Also ganz

00:35:05: leuchtungs...

00:35:06: Ganz grundsätzlich sind Ökosysteme in der Lage sich auf veränderte Randbedingungen einzustellen und anzupassen.

00:35:14: Einziges Problem hierbei ist, dass das einen unheimlichen Zeitaufwand bedeutet bzw.

00:35:19: Zeit braucht.

00:35:20: Und gerade im Kontext Quaggermuschel haben wir die Zeit oder haben die Ökosesysteme die Zeit nicht unbedingt weil die Quaggamusche sich so rasend schnell ausbreitet, dass die Gefahr besteht, bis sich das System dann tatsächlich mal angepasst hat einige Arten einfach schon gänzlich verschwunden sind.

00:35:36: Dass die Quargamusche wieder verschwindet absolut unrealistisch.

00:35:41: Das heißt, dass der Schutz der heimischen Artenvielfalt auch in Zukunft für uns ein immer größer werdendes Thema werden wird.

00:35:48: Global betrachtet verzeichnen wir den größten Biodiversitätsverlust also den Verlust an Arten vielfalt im aquatischen Ökosystem und dazu zählen natürlich auch unsere Süßwasserökosysteme.

00:36:01: Wir als Menschen müssen auf unsere Ökosysteme aufpassen und wir müssen hier die Artenvielfalt schützen und erhalten.

00:36:08: Das hat den Grund, dass eine hohe Arten-Vielfald unsere Öko-Systeme resilient gegenüber Krisen- und Umweltkatastrophen macht.

00:36:15: Das heißt bei einem Ereignis sind Systeme mit einer hohen Vielfalt besser und schneller in der Lage wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzukehren als das bei Systemen der Fall ist sie ne geringer Arten vielfalt haben.

00:36:29: Und genau dazu tragen dann natürlich Schutzkonzepte bei, Schutzkonzepte wie die eben vorgestellte Aheuregelung.

00:36:36: Klar, Luisa kannst du da noch was ergänzen?

00:36:38: Ja also ich finde Die Quagga Muschel Problematik ist eigentlich auch für uns eine Blaupause an der wir auch etwas lernen können denn Wir müssen uns darauf einstellen dass uns immer wieder komplexe Probleme erreichen in der Zukunft Und das heißt, hier ist auch Innovation gefragt.

00:36:55: Also wir haben schon gehört die Quagga Muschel kann man jetzt nicht essen.

00:36:58: aber zum Beispiel gibt es Überlegungen die Quage Muschels zur Fosfor Rückgewinnung zu nutzen.

00:37:02: ich hatte ja gesagt sie holt Fosfo aus dem Wasser raus und dass ist natürlich dann auch ein Riesenthema für die Landwirtschaft.

00:37:09: also das sind natürlich erstmal wilde Ideen.

00:37:12: Aber Ich glaube Wir müssen auch lernen Das Beste Aus der Situation Zu Machen und Ich Glaube Dass wir einfach mit dem umgang Mit Der Quaga Muscheln sehr viel Lernen Können.

00:37:22: Ja, heute ihr Lieben hat es an allen Ecken gequaggert.

00:37:26: Und ich sage an der Stelle ganz, ganz lieb, danke an Luisa und auch an Lukas für diese Erhellung.

00:37:33: Na, Luisa du hast mich ja schön aufs Gleiter ist gefühlt mit deiner Frage wie lange die Bieste überleben können?

00:37:38: Aber ich habe also auch wieder was dazu gelernt!

00:37:40: Deswegen sage ich an dieser Stelle schon mal herzlichen Dank.

00:37:43: Gerne.

00:37:45: Jo ihr Lieben, das war Wasserdicht für heute und in der nächsten Folge widmen wir uns erneut einem spannenden Thema rund um die Ruhe und die Wasserwirtschaft beim Ruhrverband.

00:37:53: Wenn euch die Folge gefallen hat, denkt dran folgt uns gerne schön Like da lassen und empfehlt uns gerne weiter bis zum nächsten Mal.

00:38:02: Ciao ciao!

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